«Die neue Generation – Wer züchtet die Sorten von morgen?» So titelt die Zukunftsstiftung Landwirtschaft die Dokumentation zur 20. Saatgut-Tagung vom 25. Januar 2020 in Kassel.

Welche Rolle spielt die ökologische Pflanzenzüchtung für die Landwirtschaft von morgen? Und was motiviert junge Menschen, die Arbeit der Saatgut-Pionier*innen aufzugreifen und in die Zukunft zu tragen? Die 20. Saatgut-Tagung der Zukunftsstiftung Landwirtschaft fragte nach Strategien für einen gelungenen Generationswechsel.

Die meisten heute bestehenden Öko-Züchtungsprojekte im deutschsprachigen Raum wurden in den 1980er oder 1990er Jahren gegründet. Vielerorts steht ein Generationswechsel an. Als eine Tagung des Übergangs bezeichnete deshalb Oliver Willing, Geschäftsführer der Zukunftsstiftung Landwirtschaft, die diesjährige Saatgut-Tagung, bei der Ende Januar wieder rund 100 Menschen in Kassel zusammenkamen. Schon jetzt arbeiten neben den erfahrenen Pionier*innen viele junge Züchter*innen daran, die Sorten für morgen zu züchten. Sie widmen sich mit großem Engagement einer Arbeit, die außerordentlich langwierig ist – und chronisch unterfinanziert. Umso wichtiger ist die Unterstützung durch den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft in der GLS Treuhand, die seit 1996 ökologische Züchtungsforschung fördert (Spendenvolumen 2020: rund 1,8 Mio. Euro).

Wie unterschiedlich die Wege in die Öko-Züchtung verlaufen können, zeigten eindrucksvoll die ersten drei Beiträge der Tagung, in denen junge Züchter*innen Einblicke in ihre persönlichen Erfahrungen gaben. Auch im weiteren Verlauf der Tagung gab es viele Möglichkeiten, mehr über Motivation und Herangehensweise der jungen Generation zu erfahren. In kurzen, dynamischen Gesprächsrunden stellten sich zum Beispiel acht junge Züchter*innen in einer Art „Speed-Dating“ den Fragen der Teilnehmenden. Fünf Arbeitsgruppen boten intensiven Austausch zu Fragen der Aus- und Fortbildung, zu strategischer Nachfolgeplanung oder partizipativen Organisationsformen in der Ökozüchtung. Dort ebenso wie in der abschließenden Fishbowl-Diskussion wurde deutlich, dass die jungen Züchter*innen ihre Arbeit mit viel Idealismus, aber auch mit dem nötigen Pragmatismus angehen: Sie haben sich bewusst für eine sinnvolle Arbeit entschieden und wollen damit aktiv zur dringend nötigen Agrarwende beitragen. Umso wichtiger ist es, so das Fazit mehrerer Beiträge, die ökologische Pflanzenzüchtung finanziell kontinuierlich zu unterstützen und Kooperationen und Netzwerkbildung über die gesamte Wertschöpfungskette weiter auszubauen.

Hier finden sie die gesamte Tagungsdokumentation.